Sie sind hier: Startseite » Rom » Rom Ewige Stadt Teil 7 » Aventin

Kirche Santa Maria in Cosmedin

Rom - Kirche Santa Maria in Cosmedin
Rom - Kirche Santa Maria in Cosmedin Blick auf die Kirche von der Piazza Bocca della Verità


Übersicht

Rom - Kirche Santa Maria in Cosmedin
Rom - Kirche Santa Maria in Cosmedin Interieur



Die Kirche Santa Maria in Cosmedin steht auf der Ostseite der Piazza Bocca della Verità, gegenüber dem charakteristischen barocken Springbrunnen von Carlo Bizaccheri aus dem Jahr 1715. Auf demselben Platz - dem antiken Forum Boarium - der von drei Hügeln, auf denen einst Rom entstand (Palatin, Aventin und Kapitolinischer Hügel) umgeben ist, befindet sich noch heute der Tempel des Hercules Victor. Wegen der Ähnlichkeit dieses Tempels mit dem Tempel der Vesta im Forum Romanum wurde dieses Gebäude früher auch als Vesta Tempel bezeichnet. Weiterhin sind in unmittelbarer Nähe noch der Janusbogen und der sogenannte Tempel des Portunus (nach früherer Ansicht der Tempel der Fortuna Virilis) aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. zu finden.



Kirche Santa Maria in Cosmedin

Rom - Kirche Santa Maria in Cosmedin
Rom - Kirche Santa Maria in Cosmedin Portikus und Campanile


Die Architektur der Kirche Santa Maria in Cosmedin hat im Laufe der Jahrhunderte bedeutende Veränderungen erfahren. Sie entstand auf einer Fläche von Tempeln, die Herkules und Ceres gewidmet waren. Unter dem ganzen Gebiet verlaufen einige antike Abwasserkanäle, darunter der größte, die Cloaca Maxima. Der Vorgängerbau war die Statio Annonae, ursprünglich eine Säulenhalle aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., die um 500 erneuert wurde. Wenige Jahrzehnte später wurden die Räume zwischen den Säulen zugemauert und das Gebäude in eine Kirche umgewandelt, die der Jungfrau Maria geweiht war. An den Seiten des Portals der Kirche und in der linken Seitenschiffwand sind noch Säulen aus der Statio Annonae erhalten. Da schon seit der Frühzeit Roms das Forum Boarium Siedlungsgebiet für griechische Kaufleute war und deshalb in der Spätantike das Viertel den Namen Schola Graeca erhielt, wurde die Kirche Santa Maria in Schola Graeca genannt.


Rom - Kirche Santa Maria in Cosmedin
Rom - Kirche Santa Maria in Cosmedin Krypta mit mehreren Nischen zur Aufnahme von Reliquien christlicher Märtyrer


Der nächste Umbau der Kirche wurde von Papst Hadrian I. (Papst von 772 - 795) im 8. Jahrhundert durchgeführt. Er ließ für den Ausbau den Tempel des Hercules Pompeianus abreißen, um dessen Fundamente für die von 17 Meter auf 35 Meter Länge erweiterte Kirche nutzen zu können. Außerdem erhielt die nun dreischiffige Kirche als östlichen Abschluss eine Apsis, flankiert von zwei Nebenapsiden. Weiter wurde eine ebenfalls dreischiffige Krypta in die Tuffquader des alten Podiums eingetieft. Hadrian I. stattete die Kirche mit Marmorarbeiten und Mosaiken aus. Ab dem Umbau ersetzte allmählich der Name "Santa Maria in Cosmedin" die alte Bezeichnung.


Rom - Kirche Santa Maria in Cosmedin
Rom - Kirche Santa Maria in Cosmedin Chiesa Santa Maria in Cosmedin - Interieur


Für den Namen "Cosmedin" gibt es verschiedene Erklärungen: Nach einer These stammt er von einem Platz in Byzanz (heute Istanbul) namens "Kosmidion" ab. Nach einer anderen Version leitet sich der Name von dem griechischen Wort "cosmedin" für Schmuck ab. Der Beiname würde sich in diesem Fall auf den prächtig ausgeschmückten Innenraum beziehen. Diese Kirche wurde den Griechen zur Verfügung gestellt, die vor den Verfolgungen im Orient und wahrscheinlich auch wegen des byzantinischen Bilderstreits geflohen waren und die in der Nähe des Tibers ein neues Zuhause gefunden hatten. Der byzantinische Bilderstreit war eine Zeit der leidenschaftlichen theologischen Debatte in der orthodox-katholischen Kirche und dem byzantinischen Kaiserhaus während des 8. und 9. Jahrhunderts, in der es um den richtigen Gebrauch und die Verehrung von Ikonen ging.


Rom - Kirche Santa Maria in Cosmedin
Rom - Kirche Santa Maria in Cosmedin Campanile der Kirche - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Unter Papst Nikolaus I. (820 - 867) wurde die Sakristei, das Oratorium und die Residenz des Diakons angefügt. 1118 ließen Papst Gelasius II. (1060/1064 - 1119 ) und Papst Callixtus II. (1060 - 1124) die Basilika renovieren, die bei einer Invasion der Normannen verwüstet worden war. Dabei entstand auch der Campanile. Callixtus II. beauftragte seinen Prälaten Alfanus mit dem Umbau. Bezüglich dieser Restaurierung schrieb ein Historiker des mittelalterlichen Roms:

"Jener liebliche kleine Schatz der mittelalterlichen Kunst wurde unter Callixtus II. restauriert und mit frommer Liebe verschönerte ihn Alfanus, Kämmerer dieses Papstes".

Um 1200 kam der Portikus am Eingang hinzu.


Rom - Kirche Santa Maria in Cosmedin
Rom - Kirche Santa Maria in Cosmedin Interieur


1718 wurde die Kirche unter Giuseppe Sardi barockisiert, indem er ihr eine elegante, schwungvolle Rokokofassade vorsetzen ließ. Erst in den Jahre zwischen 1896 und 1899 stellte der berühmte Architekt Giovanni Battista Giovenale sie in ihrer ursprünglichen Form wieder her. Die heutige Fassade gibt jedoch nicht den ursprünglichen Zustand wieder, lediglich dessen Vorstellung zu jener Zeit. Durch den Bau neuer Straßen während der Regierungszeit Benito Mussolinis wurde das Umfeld der Kirche stark beeinträchtigt. Im Portikus der Kirche befindet sich die Bocca della Verità (Wahrheitsmund). Einer Legende nach verliert jeder seine Hand, der sie ihm in den Mund legt und dabei nicht die Wahrheit sagt. Wegen der Bocca della Verità und des schönen Innenraums der Kirche wird das Gebäude gerne von Touristen besucht.


Rom - Kirche Santa Maria in Cosmedin
Rom - Kirche Santa Maria in Cosmedin Bildmitte: Tuffquader - Überreste des einstigen Tempels des Hercules Pompeianus


Eine Sehenswürdigkeit ist die dreischiffige Krypta, die man über eine kleine Treppenanlage erreicht. In ihrem Inneren sind die Tuffquader des alten Podiums zu sehen- Überreste des einstigen Tempels des Hercules Pompeianus. Im Inneren der Kirche Santa Maria in Cosmedin ist die Struktur der Statio Annonae noch gut an den erhaltenen 18 korinthischen Säulen erkennbar. Der Altarblock besteht aus einem antiken roten Granitstück. Die Schola Cantorum wird durch prachtvoll verzierte Marmorschranken abgeteilt. Der Fußboden ist wie ein Teppich mit Kosmatenarbeiten verziert. Der Bischofsthron von 1294 mit zwei vermutlich antiken Löwenköpfen wurde ebenfalls von den Cosmaten gestaltet.


Rom - Kirche Santa Maria in Cosmedin
Rom - Kirche Santa Maria in Cosmedin Interieur


Es ist typisch für eine frühchristliche Kirche, dass nicht der Altar, wie später, in der Apsis steht, sondern der Bischofsthron. Der Altar stand damals, wie hier in Cosmedin, vor der Apsis. Weiter sind zwei Marmorkanzeln, der gedrehte Osterleuchter und das von Kosmaten geschaffene Ziborium erhalten. Die Gemälde in den drei Apsiden sind modern. In der zweiten Seitenkapelle des linken Seitenschiffs sind die Reliquien des Valentin von Terni untergebracht. Die Kirche ist im Sommer von 9:30 bis 18:00 Uhr sowie im Winter von 9:30 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet [1]. Oft bilden sich lange Warteschlangen vor dem "Mund der Wahrheit", den jeder natürlich fotografieren möchte.


Heiliger Valentin

Rom - Kirche Santa Maria in Cosmedin
Rom - Kirche Santa Maria in Cosmedin Piazza Bocca della Verità - angebliche Gebeine Valentins in Santa Maria in Cosmedin in Rom - Foto: Wikipedia - Autor: Dnalor 01 - Lizenz: s.u.


Valentin von Terni ist ein Heiliger und Märtyrer der römisch-katholischen Kirche. Im 3. Jahrhundert n. Chr. war er Bischof von Interamna, dem heutigen Terni. Valentin von Terni wird heutzutage als Patron der Liebenden verehrt, so dass auf ihn das Brauchtum des Valentinstags zurückgeht. Früher wurde er bei Krankheiten, wie etwa der Epilepsie, um Hilfe gebeten. Bei diesem Patronat wurden Valentin von Terni und Valentin von Rätien gleichermaßen angerufen. Mit der Verehrung durch die Hilfesuchenden wurden beide Gestalten im Lauf der Zeit immer mehr vermischt. Die Überlieferung unterscheidet und vermischt zugleich zwischen einem Valentin von Terni und einem Valentin von Rom. Womöglich handelt es sich aber auch um ein und dieselbe Person. Hier in der Kirche Santa Maria in Cosmedin in Rom ist der Totenschädel des Heiligen zu sehen. Sein Todestag ist der 14. Februar, der auch in Deutschland wieder gefeiert wird, was die meisten Gärtnereien und Süßwarenhersteller sehr erfreuen wird. Mittlerweile hat sich ja eine ganze Industrie dieses Tages angenommen und so wird dieser Erinnerungstag auch vermarktet. Schon seit dem Mittelalter ist dieser Tag besonders in den angelsächsischen Ländern beliebt.


Video Stadt Rom - Aventin



Forum Boarium

Rom - Piazza Bocca della Verità
Rom - Piazza Bocca della Verità ...ehemaliger Bereich des Forum Boarium...


Das Forum Boarium befindet sich zwischen dem Tiber und dem Circus Maximus. Der Name stammt vom lateinischen Wort "bos" (Rind) und bezeichnete den Marktplatz (Forum) des antiken Rom, der seinem Namen nach vor allem als Viehmarkt diente. Das Forum Boarium lag am Ufer einer flachen Stelle des Tiber, die einst den Hirten als Übergang diente. Das Forum Boarium ist das älteste Forum in Rom. Hier befanden sich wegen der günstigen geographischen Verhältnisse nicht nur die ersten Brücken über den Tiber, sondern auch der ursprüngliche Haupthafen der Stadt (Portus Tiberinus)....

Weitere Informationen zum Forum Boarium in Rom finden Sie hier....!


Gianicolo Hügel

Rom - Gianicolo
Rom - Gianicolo Garibaldi-Denkmal auf dem Gianicolo


Wenn Sie nach einer anstrengenden Besichtigungstour mal in der Nähe des Vatikans eine Pause im Grünen einlegen wollen, empfiehlt sich ein Spaziergang zum Gianicolo, einem grünen Bezirk im Nordwesten des Vatikans. Der Gianicolo (lat.: Ianiculum) ist ein Hügel in Rom, der sich vom Stadtteil Trastevere entlang des rechten Tiberufers bis zur Vatikanstadt entlang streckt. Der nordwestliche Teil des Hügels ist im exterritorialen Besitz des Heiligen Stuhl. Er zählt nicht zu den sieben eigentlichen Hügeln Roms....

Weitere Informationen zum Gianicolo-Hügel in Rom finden Sie hier....!


Aventin-Hügel

Rom - Aventin
Rom - Aventin Aventin-Hügel - Blick auf den Campanile der Kirche Santi Bonifacio e Alessio


Der Aventin (ital.: Monte Aventino) ist der südlichste der sieben Hügel, auf denen das antike Rom einst erbaut war. Er besteht aus zwei Erhebungen, die zu Ripa, dem heutigen zwölften Rione (Stadtteil) Roms, gehören. Nach antiken etymologischen Ableitungen soll der Hügel entweder nach den Vögeln (lateinisch Aves) benannt worden sein oder nach dem mythischen König Aventinus Silvius von Alba Longa oder nach dem König Aventinus der Aboriginer, die beide auf dem Hügel....

Weitere Informationen zum Aventin-Hügel in Rom finden Sie hier....!


Wichtige Links:



Quellenangabe:


1.: Informationen zur Kirche Santa Maria in Cosmedin in Rom stammen aus der Wikipedia, zuletzt abgerufen am 18.02.2016! Das Foto "Angebliche Gebeine St. Valentins in Santa Maria in Cosmedin in Rom - Autor: Dnalor 01" steht unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. Die Fotodatei wird unter den Bedingungen der Creative Commons "Attribution 2.0" „Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 UnportedLizenz veröffentlicht.


Fotos der Kirche Santa Maria in Cosmedin



-Anzeige-






Wir nutzen Cookies auf unserer Website um diese laufend für Sie zu verbessern. Mehr erfahren