Kirche Sant’Onofrio

Rom - Gianicolo
Rom - Gianicolo Chiesa Sant’Onofrio al Gianicolo


Überblick

Rom - Gianicolo
Rom - Gianicolo Sant’Onofrio al Gianicolo - Rudolf von Alt - Blick vom Kloster Sant' Onofrio auf Rom - 1835 - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)



Ein Kleinod auf dem Gianicolo-Hügel ist die Kirche Sant’Onofrio al Gianicolo. Sie stammt bereits aus dem 15. Jahrhundert und steht unter dem Patrozinium des heiligen Onophrios. Die Kirche gehört zum Rione (Stadtteil) Trastevere in Rom und ist eine Titelkirche der römisch-katholischen Kirche. Sie befindet sich am Fuß des Gianicolo-Hügels direkt neben dem Ospedale Bambino Gesu. Das Kloster mit Kreuzgang und die Kirche gelten als die frühesten Bauwerke der Renaissance in der Stadt Rom. In der Kirche befinden sich mehrere Grabstätten, darunter auch das Grabmal des italienischen Dichters Torquato Tasso, dessen Leben und Werk Johann Wolfgang von Goethe inspirierte, das Schauspiel "Torquato Tasso" zu schreiben. Goethe besuchte am 2. Februar 1787 Kloster und Kirche von Sant'Onofrio.




Geschichte

Rom - Gianicolo
Rom - Gianicolo Eingang zur Kirche Sant'Onofrio


Das Kloster wurde 1419 als Eremitage durch den Hieronymitenmönch Nicola da Forca Palena gegründet, der am Gianicolo ein Grundstück mit Weinberg erworben hatte. Finanziert wurde der Bau durch Spenden unter anderem von Kardinal Giovanni Domenico De Cupis sowie Kardinal Gabriele Coldumer, dem späteren Papst Eugen IV. (1383 - 1447). Mit dem Bau der Kirche wurde 1439 begonnen, die Innenausstattung wurde bis ins 16. Jahrhundert durchgeführt. Papst Sixtus V. (1521 - 1590) ließ 1446 im Zuge seiner städtebaulichen Erschließung Roms die heutige Salita Sant’ Onofrio anlegen, die das Kloster mit der Porta Santo Spirito, einem der ältesten Eingangstore zum Vatikan, verbindet.


Rom - Gianicolo
Rom - Gianicolo Kirche Sant'Onofrio


Berühmter Gast des Klosters war der Dichter Torquato Tasso, der das Kloster wegen seiner Krankheit aufgesucht hatte und dort am Tag vor seiner Dichterkrönung am 25. April 1595 verstarb. Auf Anordnung des Papstes wurde Tasso in Sant’ Onofrio begraben. 1930 gingen die Bestände des Tasso-Museums in den Besitz des Heiligen Stuhls über. Am 15. August 1945 übernahm der Orden der Ritter vom Heiligen Grab in Jerusalem Kirche und Kloster. Im gleichen Jahr wurden Kirche und Kloster restauriert. Seit 1946 gehören Kirche und Klostergebäude zum Orden der Frati Francescani dell’Atonement. Zum Vorhof, von dem aus man einen spektakulären Blick auf Rom und den Petersdom hat, führt eine breite Treppe mit zwei Absätzen.


Rom - Gianicolo
Rom - Gianicolo Brunnen im Hof der Kirche Sant'Onofrio


Der Brunnen im baumbestandenen Hof wurde 1924 aus mehreren in den kommunalen Museen gelagerten historischen Fundstücken zusammengesetzt. Flankiert wird der Vorhof auf der einen Seite von einem Portikus mit Säulenarkaden. In drei Lünetten-Fresken ist das Leben des heiligen Onofrio dargestellt. Das folgende Geschoss wird durch schmale rechteckige Fenster, die sich mit quadratischen, schmal profilierten Feldern abwechseln, flachen Lisenen und Friese gegliedert. Im Portikus zur Rechten des Portals, gegenüber der ehemaligen Wohnung des Kustoden, ist der Eingang zum Kreuzgang des Klosters. In der Lünette über dem Renaissanceportal befindet sich ein Fresko mit einer Madonna mit Kind von Claudio Ridolfi aus dem Jahr 1600. Die einschiffige Kirche ist kreuzgewölbt, mit einer polygonalen Apsis abgeschlossen, das Schiff wird von drei bzw. zwei Kapellen an den Seiten begleitet [1].



Trastevere - sant'Onofrio - chiostro interno 00657

Kreuzgang von Kirche und Kloster Sant'Onofrio am Fuß des Gianicolo - eingebunden über Commons Wikimedia


Torquato Tasso

Torquato Tasso (1544 - 1595)
Torquato Tasso (1544 - 1595) Grafik: Wikipedia (gemeinfrei)


Hier in der Kirche Sant'Onofrio befindet sich das Grabmal des italienischen Dichters Torquato Tasso. Tasso wurde am 11. März 1544 in Sorrent, nahe Neapel geboren. Er war der Sohn von Bernardo Tasso, einem Grafen aus dem Hause Tasso von Bergamo, aus dem auch die Seitenlinie des Geschlechts von Thurn und Taxis (italienisch: di Torre e Tasso) entstammte; seine Mutter war Porzia dei Rossi, die eng mit den nobelsten Familien Neapels verbunden war. Sein Vater war lange Jahre Sekretär im Dienste Ferrante Sanseverinos, des Fürsten von Salerno. Tasso war ein italienischer Dichter des 16. Jahrhunderts, der Zeit der Gegenreformation. Am bekanntesten wurde er durch sein Werk "La Gerusalemme liberata" (Das befreite Jerusalem, auch ins Deutsche übersetzt als Gottfried von Bulljon), in welchem er ein fiktives Gefecht zwischen Christen und Muslimen am Ende des Ersten Kreuzzuges während der Belagerung von Jerusalem beschreibt.


Rom - Gianicolo
Rom - Gianicolo Seitenkapelle in der Kirche Sant'Onofrio


Bekannt wurde er auch durch die Geisteskrankheit, an der er den größten Teil seines Lebens litt. Ab seinem 31. Lebensjahr verschlechterte sich sein Gesundheitszustand immer mehr, und seine genialen Fähigkeiten nahmen ab. Im Juni 1594 fand er Asyl bei den Mönchen von San Severino. Im November rief ihn der Papst nach Rom, um ihn mit der Krone des Poeten, mit der zuvor schon Petrarca geehrt worden war, auf dem Kapitol zu krönen. Er erreichte Rom schwer krank. Anfang April 1595 begab Tasso sich in das Kloster Sant’Onofrio, um dort genesen zu können. Angeblich sagte er, als er aus seiner Kutsche stieg, zum Prior des Klosters, dass er gekommen sei, um hier zu sterben. Der Papst sandte ihm seinen Leibarzt Cesalpino. Am 25. April 1595, einen Tag vor der geplanten Dichterkrönung, starb er in Sant’Onofrio.


Rom - Gianicolo
Rom - Gianicolo Grabplatte des Kardinals Philippi Sega in der Kirche Sant'Onofrio


Der Papst sorgte dafür, dass Tasso ein feierliches Begräbnis bekam. Auf eigenen Wunsch wurde er in dem Kloster begraben. Später wurden, wie die lateinische Inschrift am Boden besagt, seine Gebeine aus dem ursprünglichen Grab erhoben und in das Denkmal aus dem 19. Jahrhundert in der letzten Seitenkapelle links verbracht. Johann Wolfgang von Goethe widmete ihm ein Schauspiel in fünf Aufzügen (Torquato Tasso), das ihn in den Mittelpunkt der Handlung stellte. Das Stück, das sich streng an die klassische Regel von den drei Einheiten des Orts, der Zeit und der Handlung hält, entstand zwischen dem 30. März 1780 und dem 31. Juli 1789. Im Februar 1790 lag das Werk im Druck vor, wurde aber erst am 16. Februar 1807 in Weimar uraufgeführt [2]. Der Dichter besuchte während seiner berühmten Italienreise Kirche und Kloster von Sant'Onofrio, was auf einem Schild an der Kirchenwand dokumentiert ist:

"DEM GRÖSSTEN DEUTSCHEN DICHTER JOHANN WOLFGANG VON GOETHE GEWIDMET, DER, SO DIE "ITALIENISCHE REISE, SANT'ONOFRIO AM 2. FEBRUAR 1787 BESUCHT UND DAS ERGREIFENDE SCHAUSPIEL "TORQUATO TASSO" GESCHRIEBEN HAT".


Video Stadt Rom - Chiesa Sant'Onofrio al Gianicolo



Informationen:

Rom - Gianicolo
Rom - Gianicolo Portikus der Kirche Sant'Onofrio


Kirche und Kloster Sant'Onofrio in Rom

Anschrift:

Piazza di Sant'Onofrio, 2
00165 Roma - Italia

Society of the Atonement - S.A.
(Orden: Franziskaner der Versöhnung)

Telefon: +39 06 68 644 98
Fax: +39 06 68 934 04

E-mail: uffvocitalia@yahoo.it
Internet: vocazionefratiatonement.blogspot.de/

Heilige Messe an Sonn- und Feiertagen: 10.00 Uhr/12.00 Uhr
Keine Messen im Monat August

Besuchszeiten:
Montag - Freitag: 09.00 - 13.00 Uhr;
Sonntags: 09.00 - 13.00 Uhr, außer während der Feier der heiligen Messe;

Auf einem Schild am Treppenaufgang zur Kirche ist zu lesen, dass hier keine Hochzeiten stattfinden können und dass sich das Gotteshaus in einer Exterritorialen Zone befindet!


Gianicolo Hügel

Rom - Gianicolo
Rom - Gianicolo Garibaldi-Denkmal auf dem Gianicolo


Wenn Sie nach einer anstrengenden Besichtigungstour mal in der Nähe des Vatikans eine Pause im Grünen einlegen wollen, empfiehlt sich ein Spaziergang zum Gianicolo, einem grünen Bezirk im Nordwesten des Vatikans. Der Gianicolo (lat.: Ianiculum) ist ein Hügel in Rom, der sich vom Stadtteil Trastevere entlang des rechten Tiberufers bis zur Vatikanstadt entlang streckt. Der nordwestliche Teil des Hügels ist im exterritorialen Besitz des Heiligen Stuhl. Er zählt nicht zu den sieben eigentlichen Hügeln Roms....

Weitere Informationen zum Gianicolo-Hügel in Rom finden Sie hier....!


Aventin-Hügel

Rom - Aventin
Rom - Aventin Aventin-Hügel - Blick auf den Campanile der Kirche Santi Bonifacio e Alessio


Der Aventin (ital.: Monte Aventino) ist der südlichste der sieben Hügel, auf denen das antike Rom einst erbaut war. Er besteht aus zwei Erhebungen, die zu Ripa, dem heutigen zwölften Rione (Stadtteil) Roms, gehören. Nach antiken etymologischen Ableitungen soll der Hügel entweder nach den Vögeln (lateinisch Aves) benannt worden sein oder nach dem mythischen König Aventinus Silvius von Alba Longa oder nach dem König Aventinus der Aboriginer, die beide auf dem Hügel....

Weitere Informationen zum Aventin-Hügel in Rom finden Sie hier....!


Wichtige Links:



Quellenangabe:


1.: Die Informationen zur Chiesa Sant’Onofrio al Gianicolo in Rom basieren auf dem Artikel Sant’Onofrio al Gianicolo (Stand vom 22.12.2011) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

2.: Informationen zum italienischen Dichter Torquato Tasso stammen aus der Wikipedia, zuletzt abgerufen am 24.02.2016!


Fotos der Kirche Sant'Onofrio al Gianicolo



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