Neonische Taufkapelle

Ravenna
Ravenna Neonische Taufkapelle




Überblick

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Ravenna Neonische Taufkapelle



Eines der ältesten Bauwerke in Ravenna ist das Baptisterium der Orthodoxen oder, wie es auch genannt wird, die Neonische Taufkapelle. Es befindet sich direkt gegenüber dem Dom (Duomo) von Ravenna und ist über die Via Battistero erreichbar. Berühmt ist es vor allem – wie die anderen byzantinischen Bauwerke Ravennas – durch die Wand- und Deckenmosaike in seinem Innern. Mit den anderen frühen Kirchenbauten in Ravenna gehört das Baptisterium zum UNESCO-Welterbe. Aufgrund der hohen Qualität seiner Ausschmückung sowie dessen überwältigendem Gesamteindruck wird es als der schönste spätantike Innenraum bezeichnet.



Baptisterium der Orthodoxen

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Ravenna Neonische Taufkapelle - Darstellungen in der Kuppel


Die Taufkirche diente wahrscheinlich früher als Nymphäum oder war mit seinem etwa 3 Meter tiefen Fußboden ein römisches Bad. Nachdem der Bau im ersten Viertel des V. Jahrhunderts von Bischof Orso (Ursus) errichtet wurde, kam nach 452 durch Bischof Neon der Mosaikschmuck hinzu. Der heute zu sehende Fussboden ist bereits der vierte. Die Mosaiken zeigen wie jene der Galla Placidia klassich-römischen Einfluss. Die Mosaikdarstellung in der Kuppel ist in drei Zonen eingeteilt: In der Mitte der Kuppel sehen wir einen großen Kreis, in der die Taufe Christi im Jordan dargestellt ist. Der Erlöser ist bis zur Mitte des Körpers in das Wasser des Jordan eingetaucht, während sich zu seiner Rechten der den Ritus vollziehende Täufer (Johannes der Täufer) befindet.



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Ravenna Neonische Taufkapelle - Außenansicht


Links davon ist die Personifikation des Flusses Jordan zu sehen. In der zweiten Zone stehen die grossen und starken Figuren der 12 Apostel. Der Name eines jeden Apostels befindet sich zu beiden Seiten des Kopfes. In der untersten Reihe sehen wir acht tempelartige Darstellungen entweder mit kleinen Altären, auf denen die Evangelienbücher liegen, oder mit Throne (Symbol der Allmacht Gottes), die das Kreuz tragen. Das Ganze symbolisiert ein Bild der Kirche, in welche man durch die Taufe eintritt. Unter den acht großen Fensterbögen sind Stucknischen mit Prophetenfiguren zu sehen, die ursprünglich auch farbig waren. Der Taufbrunnen in der Mitte ist eine Nachbildung des älteren, in dem noch durch Untertauchen getauft wurde.


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Ravenna Neonische Taufkapelle - Interior


In einer Apsis des Gebäudes steht ein kleiner Altar in typisch ravennatischer Form. Die Wände hinter den Bögen sind alternierend auch mit Marmorintarsien geschmückt. In der Mitte der Taufkapelle steht ein achteckiger Taufbrunnen aus griechischem Marmor und Purpurstein aus dem 13. Jahrhundert, der um 1500 neu gebaut wurde. Einige ursprüngliche Bruchstücke sind noch erhalten. Aus dem 5. Jahrhundert stammt der Ambo, der aus einem einzigen Marmorblock gehauen wurde, auf den der Priester stieg, um die Taufe zu spenden. Je nach Tageszeit und Richtung fällt das Tageslicht in die Taufkapelle ein und taucht das Innere des Gebäudes in eine geheimnisvolle Atmosphäre.


Baugeschichte

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Ravenna Neonische Taufkapelle - Außenansicht


Das Baptisterium (d. h. Taufkapelle) geht auf das 4. oder 5. Jahrhundert zurück, als Bischof Orso (Ursus) mit dem Bau der Kathedrale von Ravenna begann. Es ist ein einfacher Ziegelbau, achteckig und mit großen Nischen, die sich nach außen hin ausbreiten, mit eingemauerten Türen versehen. Die Mosaikdekoration stammt aus der Zeit von Bischof Neon, von dem sich der Name Neonisches Baptisterium herleitet. Die Mosaiken wurden in der Mitte des 5. Jahrhunderts (451 – 475) hinzugefügt. In der Kuppelmitte befindet sich ein großes Medaillon mit der Taufe Christi im Jordan. Das ursprüngliche Bodenniveau lag wesentlich tiefer und ist später um ca. drei Meter angehoben worden, wodurch die Mosaikzone vergleichsweise zu sehr nach unten gezogen erscheint. [1]


Informationen

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Ravenna Portal der Basilika San Vitale



Opera di Religione der Diözese von Ravenna ist der Name der Verwaltungseinheit für die UNESCO-Denkmäler der Erzdiözese von Ravenna. Im Detail handelt es sich hier um die kirchlichen Baudenkmäler, die bereits 1952 durch den Erlass des Erzbischofs vom 01.10.1952 kanonisch errichtet wurden.


Adresse:

Opera di Religione della Diocesi di Ravenna

Piazza Arcivescovado 1
48121 Ravenna - Italy

Telefon: 0039-544 541688
Fax: 0039-544 541680

E-Mail: info@ravennamosaici.it

Internet: www.ravennamosaici.it/?lang=en

Öffnungszeiten:

Winter: 10.00 - 17.00 Uhr - Sommer: 09.00 - 19.00 Uhr;


Vom 16.06. - 28.02. - 9,50 Euro – reduziert 8,50 Euro (gültig 7 Tage)

Vom 01.03 - 15.06. - 9,50 Euro - reduziert 8,50 Euro (gültig 7 Tage)

Einzelkarte: Erzbischöfliches Museum (Kapelle Sant'Andrea und der Elfenbeinthron); Baptisterium Neoniano, Basilika Sant'Apollinare Nuovo, Basilika San Vitale.
Zusätzlich zum Einzelticket wird ein Zuschlag für den Eintritt in das Mausoleum der Galla Placidia in Höhe von 2,00 Euro (für Gruppen obligatorisch) erhoben.


Ticket Office:

Tickets sind erhältlich im Eingangsbereich dieser Monumente:

Basilica di San Vitale, Via Argentario 22;
Basilica di Sant’Apollinare Nuovo, Via di Roma 53;
Museo Arcivescovile, Piazza Arcivescovado 1;
Battistero Neoniano, Piazza Battistero;


Sehenswürdigkeiten - UNESCO-Weltkulturerbe

  • Chiesa San Vitale (6. Jahrhundert);
  • Mausoleum der Galla Placidia (5. Jahrhundert); ein innen mit Mosaiken verziertes Mausoleum, das die Kaiserin Galla Placidia 425 n. Chr. für sich hatte erbauen lassen, das ihren Leichnam jedoch wohl nie beherbergte, da sie 450 in Rom verstarb und dort wahrscheinlich auch beerdigt wurde;
  • Chiesa Sant’Apollinare Nuovo (6. Jahrhundert); die ehemalige arianische Hofkirche Theoderichs, die von ihm erbaut worden war und die sich unmittelbar neben seinem Palast befand;
  • Mausoleum des Theoderich, mit einem Natursteindach von rund elf Metern Durchmesser und einem Meter Dicke, das aus einem einzigen, aus Istrien stammenden Monolithen herausgemeißelt wurde;
  • Baptisterium der Arianer (6. Jahrhundert);
  • Baptisterium der Orthodoxen (5. Jahrhundert), nördlich des Doms, auch Neonische Taufkapelle genannt, gilt unter den achteckigen antiken Bauwerken Ravennas als das älteste;
  • Erzbischöfliche Kapelle (6. Jahrhundert), auch Oratorium des hl. Andreas genannt, südlich des Doms im Erzbischöflichen Palast gelegen und über das Erzbischöfliche Museum erreichbar;
  • Chiesa Sant’Apollinare in Classe;

Kirchen

  • S. Croce
  • S. Maria Maggiore (5. Jahrhundert);
  • S. Eufemia (1742 - 1747), der Innenraum ist mit Malereien aus dem 18. Jahrhundert verziert;
  • S. Giovanni Battista
  • Spirito Santo (5. bis 6. und 16. Jahrhundert), war unter dem Namen Hagia Anastasis (deutsch Auferstehungskirche) zur Zeit Theoderichs des Großen die Hauptkirche der Arianer in Ravenna;
  • S. Maria del Suffragio
  • Dom (Duomo) (1734); im Dom befinden sich die Kanzel des Bischofs Agnellus (6. Jahrhundert), Sarkophage aus dem 5. Jahrhundert und eine Krypta aus dem 10. Jahrhundert;
  • S. Francesco (5., 9. und 12. Jahrhundert);
  • S. Agata Maggiore (5. Jahrhundert);
  • S. Giovanni Evangelista (5. Jahrhundert);
  • S. Maria in Porto (1553 - 1606):

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

  • Archäologische Zone von Classe (Parco Archeologico di Classe), unweit der Kirche Sant’Apollinare in Classe;
  • Museum für mechanische Musikinstrumente, 10 Kilometer südlich an der Straße in Richtung Cesena;
  • Museum für moderne Inneneinrichtung, 9 Kilometer westlich, entlang Via Maggiore und Via Faentina an der Straße in Richtung Bologna;
  • Franzosensäule, 5 Kilometer südlich an der Straße in Richtung Forlì; erinnert an die Schlacht zwischen Spaniern und Franzosen im Jahr 1512, errichtet im Jahr 1557 im Ort Madonna dell'Abero;
  • Garibaldi-Hütte (Capanno Garibaldi, 1810), 8 Kilometer nordöstlich an der Straße in Richtung Marina Romea und Porto Corsini; eine Fischerhütte von historischer Bedeutung, in der der italienische Staatsgründer Giuseppe Garibaldi Unterschlupf gefunden hatte;
  • Römische Villa in Russi (Villa romana di Russi), Via Fiumazzo - Russi (Ra.), ca. 16 Kilometer in Richtung Bologna;

Basilika San Vitale

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Ravenna Basilika San Vitale - Rückansicht


Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Ravenna zählt die Basilika San Vitale, ein Bauwerk aus dem 6. Jahrhundert n. Chr. Sehenswert vor allem ist die Ausstattung des Kircheninneren mit Mosaiken, die zu den schönsten Kompositionen ihrer Art in Italien zählen. Das Kirchengebäude (Via San Vitale, 17, 48121 Ravenna) befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Nationalmuseum von Ravenna und dem Mausoleum der Galla Placidia. Die Basilika San Vitale in Ravenna ist ein frühchristliches Monument, das über einem....

Weitere Informationen zur Basilika San Vitale in der Stadt Ravenna in Italien finden Sie hier....!


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Ravenna Piazza del Popolo - Westseite


Ravenna
ist eine sehr alte Stadt in Norditalien. Die Stadt besitzt etwa 160 000 Einwohner. Sie ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Ravenna in der Region Emilia-Romagna. Diese Region besitzt etwa 4 500 000 Einwohner. Die Emilia-Romagna liegt im nördlichen Mittelitalien und grenzt im Norden an den Po, an Venetien und die Lombardei, im Osten an die Adria. Im Süden hat sie Anteil am Apennin und grenzt an die Toskana, die Marken und die Republik San Marino, im Westen an das Piemont und Ligurien....

Weitere Informationen zur Stadt Ravenna in Italien finden Sie hier....!


Quellenangabe:


1.: Die Informationen zur Geschichte des Baptisterium der Kathedrale von Ravenna basieren auf dem Artikel Baptisterium der Kathedrale (Ravenna) (Stand vom 01.11.2017) und stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Fotos aus Ravenna - Neonische Taufkapelle



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