Villa Borghese

Überblick
Im Osten der Piazza del Popolo ragt der Pincio-Hügel auf, heute ein beliebter Park der römischen Bevölkerung, an dessen Nordseite sich die berühmte Villa Borghese (Casino Nobile) befindet. Der Pincio ist ein Hügel im nördlichen Stadtgebiet von Rom. Er zählt nicht zu den Sieben Hügeln Roms und gehörte zur 7. augusteischen Region. Von der Ostseite der Piazza del Popolo führt eine Treppenanlage auf den Hügel zu einer Aussichtsplattform, auf der man einen schönen Blick über die Piazza bis zum Vatikan und den angrenzenden Park der Villa Borghese erhält.
Unmittelbar benachbart liegt die Villa Medici auf dem Pincio-Hügel, auf den die Spanische Treppe führt und wo sich in der Antike die Gärten des Lucullus befanden. [1]
Villa Borghese
Villa Borghese ist die Bezeichnung für eine Parkanlage in Rom. Sie ging aus dem Landgut der adligen Familie Borghese hervor. Bekanntester Anziehungspunkt ist die Galleria Borghese, die sich im Casino nobile befindet und zu den meistbesuchten Touristenattraktionen Roms zählt. Berühmt ist auch der ausgedehnte Park.
Der Park Villa Borghese ist heute einer der größten Stadtparks von Rom, ebenso wie die Parks Villa Doria Pamphilj und Villa Ada Savoia. Das heutige Parkgelände liegt außerhalb der aurelianischen Mauern des 3. Jahrhunderts. Die Parkanlage füllt den Winkel zwischen den antiken Verkehrsadern Via Flaminia und Via Salaria. Westlich des Parks liegt die Piazza del Popolo, seit der Antike der nördliche Zugang zur Stadt. Zu dem Gelände führen vier Eingänge: an der Via Pinciana, der Piazza H. Sienkiewicz, dem Piazzale Brasile und dem Piazzale Flaminio. Der Zugang zum Casino, in dem die Kunstsammlung der Galleria Borghese untergebracht ist, befindet sich am Piazzale Scipione Borghese 5. [1]
Das Casino, die eigentliche Villa, die auf der nordöstlichen Seite der ausgedehnten Parkanlage liegt (ca. 5 Quadratkilometer groß), war die Sommerresidenz des borghesischen Fürstengeschlechts. Das gesamte Gelände war 1605 von Kardinal Scipione Borghese, dem Neffen Papst Pauls V., erworben worden, angeblich auch mit dem konfiszierten Vermögen der Familie Cenci.
Ursprünglich gehörten zu dem als Renaissancegarten angelegten Park Weinberge, Gärten, Ställe und Remisen sowie ein Tiergarten mit seltenen Tieren und Pflanzen, ein Volierenpavillon des Architekten Girolamo Rainaldi und Wasserspiele. Bereits im 17. Jahrhundert war er aber auch schon wegen der Schätze antiker Kunst berühmt, die hier in dem zwischen 1613 und 1616 erbauten Casino aufbewahrt wurden. Architekten dieses Bauwerks waren Giovanni Vasanzio und Flaminio Ponzio. [1]

Zweite Ansicht des Hauptgebäudes der Villa seiner Exzellenz Fürst Borghese vor der Porta Pinciana, von Alessandro Specchi (1699) - eingebunden über Wikimedia Commons
Der Park, obwohl Privatbesitz, war inoffiziell für jeden zugänglich, die Villa wurde Kunstinteressierten auf Anfrage gezeigt. Mit dem Park durch eine Achse, die Valle Giulia, verbunden ist die nordwestlich liegende Villa Giulia, erbaut bis 1553 für Papst Julius III. und auch genutzt vom Borghese-Papst Paul V. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erweiterte Camillo Borghese den Park durch Zukäufe erheblich und ließ den alten Garten im italienischen Stil in einen englischen Landschaftsgarten umwandeln.
In den Jahren 1898/1899 diente die Villa Borghese dem Päpstlichen Portugiesischen Kolleg als Unterkunft. [1]
Video Stadt Rom - Piazza del Popolo
Galleria Borghese
Die heute städtische Galerie, die einst zu den berühmtesten und wertvollsten privaten Kunstsammlungen der Welt zählte, geht zurück auf die Sammeltätigkeit von Kardinal Scipione Caffarelli Borghese, der auch der Bauherr des Casinos war, in dem die Sammlung untergebracht ist. Einige der Bilder, wie beispielsweise das erste von einer Frau angefertigte Aktgemälde („Minerva kleidet sich an“ von Lavinia Fontana), hatte er persönlich in Auftrag gegeben.
Von der ersten Innendekoration und Ausmalung des Gebäudes ist nur wenig erhalten, darunter immerhin die Fresken von Claude Deruet in der Privatkapelle des Kardinals. Im Casino befand sich ursprünglich nur die Antiken- und Skulpturensammlung des Kardinals, während die Gemälde größtenteils im Palazzo Borghese, dem Stadtpalast der Borghese in Rom, hingen. [1]
Im Jahr 1682 kam ein Teil der Sammlung Aldobrandini aus dem Erbe der Olimpia Aldobrandini an ihre Borghese-Kinder aus erster Ehe, während weitere Teile an die Kinder zweiter Ehe aus der Familie Pamphilj fielen. Als Letztere 1760 ausstarb, erhielten die Borghese nochmals bedeutende Werke aus der Sammlung Aldobrandini im Palazzo Doria-Pamphilj, darunter die beiden Bacchanalien von Tizian und Bellini, die Anbetung der Hirten von Mantegna und die Heilige Katharina von Alexandria von Raffael. Die Aldobrandini’sche Gemäldesammlung, die zum großen Teil bis heute im Palazzo Doria-Pamphilj zu sehen ist, hatte ihren Ursprung wiederum in der von Kardinal Pietro Aldobrandini „erworbenen“ (faktisch konfiszierten) Kunstsammlung des Fürstenhauses Este aus Ferrara. [1]
Goethe auf seiner Italienischen Reise
Weniger bedeutende Reste dieser ursprünglichen Sammlung sind heute in der Galleria Estense in Modena zu sehen. Die Sammlung Borghese blieb bis ins frühe 19. Jahrhundert bis auf wenige Verluste ziemlich vollständig erhalten. Goethe besichtigte auf seiner Italienischen Reise 1787 und 1788 die Sammlungen und resümierte in einem Brief:
„Es sind unsägliche Kunstschätze in dem Besitz des Fürsten“.
Weitere wertvolle Zugänge erhielt die Sammlung, als Gavin Hamilton 1791 auf den Besitzungen von Marcantonio IV. Borghese das antike Gabii mit zahlreichen Funden ausgrub. [1]
Verlust antiker Kunstwerke
Zu gravierenden Verlusten der berühmten römischen Antiken kam es 1807, wenige Jahre nach der Eheschließung zwischen Marcantonios Sohn Camillo Borghese und Pauline Bonaparte, der Schwester Napoleons. Auf Druck Napoleons musste der Herzog eine große Anzahl antiker Kunstwerke verkaufen, von denen einige heute zu den Glanzstücken des Louvre gehören. Die Villa Borghese verlor insgesamt 154 Statuen, 160 Büsten, 170 Reliefs, 30 Säulen und mehrere Vasen an Frankreich.
1827 erwarb Camillo Borghese jedoch in Paris Correggios Danae und die 1805/1808 von Antonio Canova geschaffene liegende Figur der Pauline Borghese als Venus Victrix gehört heute zu den Hauptattraktionen der Sammlung. [1]
Statuenkasino
In der Folge wurde der verbliebene archäologische Bestand durch Funde aus den Ausgrabungen wieder erweitert, die auf Veranlassung von Camillo Borghese auf den Besitzungen der Familie weiter durchgeführt wurden. Es wurde das sogenannte Statuenkasino eingerichtet, das eine reiche Sammlung zum Teil bedeutender Antiken enthält, darunter die sitzende Statue Anakreons, ein Bacchus, eine Iuno Pronuba, eine Tyrtäosstatue, ein sitzender Pluto und die Statue eines tanzenden Silen.
Ein kulturgeschichtlich sehr bedeutender Fund ist das Gladiatoren-Mosaik, das zehn Gladiatoren in verschiedenen Kampfpositionen zeigt. [1]
Die meisten Gemälde befanden sich bis 1891 in zwölf Sälen des Palazzo Borghese und wurden dann in das Obergeschoss der Villa transferiert. Dadurch wurde diese, nachdem sie ihre einst berühmte Antikensammlung großenteils verloren hatte, zu einer ebenso berühmten Gemäldegalerie. Nach dem Erwerb der Villa und des Parks durch den Staat wurde diese 1902 als Museum geöffnet.
Die Sammlung enthält unter anderen Werke von Antonello da Messina, Bronzino, Caravaggio, Leonardo da Vinci, Raffael, Guido Reni, Rubens, Antonio Tempesta, Tizian und Veronese sowie Skulpturen von Bernini und Canova.
Park der Villa Borghese
Villa Borghese ist ein großer Stadtpark in der Stadt Rom, der Gärten verschiedener Art umfasst, vom Garten im italienischen Stil bis zu den großen Bereichen des englischen Stils, mit vielen verschiedenen kleinen und großen Gebäuden, zahlreichen Brunnen und unterschiedlichen Teichen.
Es erstreckt sich weitgehend über das Viertel Pinciano und zu einem kleinen Teil auf das Viertel Campo Marzio, geteilt durch die Aurelianischen Mauern, und ist heute mit einer Fläche von 80 Hektar der fünftgrößte öffentliche Park in Rom, nach dem öffentlichen Teil des Appia antica Regional Park, des Pineto Urban Regional Park, der Villa Doria Pamphilj und der Villa Ada.
Der Kern des Anwesens befand sich bereits im Jahr 1580 im Besitz der Fürstenfamilie Borghese, auf deren Gelände auch die Lage der Gärten des Lucullus (oder lukullische Horti) identifiziert wurde.
Von der Piazza del Popolo starten die meisten ihre private Exkursion des schönen und vor allen Dingen großen Parks der Villa Borghese. Auch oberhalb der Spanischen Treppe führt die Viale della Trinità dei Monti an der Villa Medici aus dem 16. Jahrhundert vorbei zum Park der Villa Borghese. Am 1. November 1786 kam kein geringerer als der deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe in Rom an:
"Endlich kann ich den Mund auftun und meine Freunde mit Frohsinn begrüßen. Verziehen sei mir das Geheimnis und die gleichsam unterirdische Reise hierher. Kaum wagte ich mir selbst zu sagen, wohin ich ging, selbst unterwegs fürchtete ich noch, und nur unter der Porta del Popolo war ich mir gewiß, Rom zu haben."
Goethes Werke. Hamburger Ausgabe in 14 Bänden. Band 11, Hamburg 1948 ff, S. 125-178 - veröffentlicht bei zeno.org!
Sie erreichen den Park über den Piazzale Napoleone I. am schnellsten mit der Metro Linie A, Haltstelle Flaminio an der Piazza del Popolo.
Obelisco Pinciano
Der Obelisco Pinciano oder Antinous-Obelisk ist ein original römischer Obelisk von 9,35 Meter Höhe. Er befindet sich auf dem Pincio in der Viale dell’Obelisco. Ursprünglich stand er auf dem Grab des Antinous, des Geliebten Kaiser Hadrians, der um 130 n. Chr. bei einer Nilfahrt ertrank. Da der Obelisk an der Porta Maggiore entdeckt wurde, ging man zunächst davon aus, dass sich dort das Grab befunden haben muss. Inzwischen vermutet man das Grab eher in den Gärten des Palatin. Hadrian richtete für seinen verstorbenen Geliebten einen Kult ein, der zur Errichtung mehrerer Heiligtümer und eben auch des Obelisken führte.
Im 3. Jahrhundert n. Chr. wurde er von seinem ursprünglichen Standort entfernt und auf der Spina des Circus Varianus vor der Porta Maggiore aufgestellt. 1589 gelangte der Obelisk in den Garten das Kardinals Barberini, wurde aber nicht aufgestellt. Dies geschah erst im Jahr 1822 unter Papst Pius VII. (1742 - 1823) an seinem heutigen Standort. [2]
Der Obelisk wurde aus Rosengranit aus Ägypten gehauen und wahrscheinlich erst in Rom mit einer Gedenkinschrift aus Hieroglyphen versehen. Die Inschrift entwarf vermutlich ein ägyptischer Priester, der in Rom lebte.
Auf der Ostseite bittet Antinous, der mit Osiris gleichgesetzt wird, Re um Erlösung und um Belohnung Hadrians, der diesen Obelisken errichten ließ. Auf der Nordseite wird unter anderem berichtet, dass in der Stadt Antinoupolis, die Hadrian an der Stelle, wo Antinous ertrank, errichten ließ, eine Wettkampfstätte gegründet wurde. Von der Gründung der Stadt und der Errichtung und Ausstattung eines Tempels für Antinous-Osiris wird auch auf der Südseite berichtet.
Die Westseite enthält eine Lobpreisung des Antinous-Osiris mit der Bitte an Thot, seine Seele zu erretten. [2]
Piazza del Popolo
Die Piazza del Popolo - Platz des Volkes - ist einer der berühmtesten und beliebtesten Plätze in Rom. Er war seit der Antike der Platz, an dem der Besucher Rom betrat, wenn er von Norden über die Via Flaminia oder die Via Cassia in die Stadt reiste. Die Etymologie des Namens Piazza del Popolo weist mehrere Ergebnisse auf. Zum einen soll der Name des Platzes daran erinnern, dass er mit dem Geld der römischen Bevölkerung errichtet wurde. Einer anderen Überlieferung zufolge....
Weitere Informationen zur Piazza del Popolo im Herzen von Rom finden Sie hier....!
Piazza di Spagna
Die Spanische Treppe ist ein beliebter Treffpunkt der Besucher Roms - vor allem auch der jugendlichen Touristen, die hier allabendlich auf den Stufen dieser berühmten Freitreppe sitzen. Aber auch die Jugend der Stadt Rom kommt gerne hierher. Man trifft sich, hält ein Pläuschchen, geht in eines der vielen Fast Food Lokale oder ißt einfach nur ein Eis (Gelato). Da auch eine U-Bahn Station hier in der Nähe ist, kann man sich leicht vorstellen, dass es Abends hier schon mal voll wird. Die Italiener nennen die Treppe übrigens "Scalinata di Trinità dei Monti", was auf die Kirche am oberen Ende der Treppe hinweist...
Weitere Informationen zur Piazza di Spagna (Spanischer Platz) in Rom finden Sie hier....!
Pantheon
Das Pantheon in Rom ist eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges. Als eines der besterhaltenen Gebäude der Antike stammt es in seiner heutigen Form aus der Zeit von Kaiser Hadrian (117-138). Im Inneren befinden sich heute die Grabstätten zweier italienischer Könige sowie das schmucklose Grab des italienischen Künstlers Raffael. Die Bronzetüren des Portals sind antiken Ursprungs. Die Rotunde, wie das Pantheon allgemein benannt und nach der auch der davor liegende Platz mit seinem barocken Brunnen....
Weitere Informationen zum Pantheon in Rom finden Sie hier....!
Piazza Navona
Diese von Cafés und Restaurants gesäumte Piazza liegt im Herzen des historischen Zentrums. Ihre ovale Form entspricht dem Umriss der früher an dieser Stelle befindlichen, 86 n. Chr. von Kaiser Domitian gebauten Arena. Während der Renaissance wurde sie überflutet, damit Schiffsschlachten nachgespielt werden konnten. Ihre heutige Form erhielt die Piazza in der Mitte des 17. Jahrhunderts, als Papst Innozenz X. den Architekten Borromini mit dem Bau der Kirche Sant’Agnese beauftragte....
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Wichtige Links:
- GEO Reisecommunity - Rom Reisetipps
- Kennen Sie schon die Katakomben in Rom?
- Rom aus erster Hand
- Stadtkarte von Rom
- Comune di Roma (Servizi Online)
- www.enit.it Italienische Zentrale für Tourismus
- Fori di Roma - La Storia - Information und Exhibition Center
- Pilgerzentrum Rom (Centro Pastorale Pellegrini di Lingua Tedesca)
- Tipps zum Romaufenthalt
Quellennachweis:
1.: Die Informationen zur Villa Borghese in Rom basieren auf dem Artikel Villa Borghese (Rom) (Stand vom 20.03.2026) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB]
für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
2.: Die Informationen zum Obelisken auf dem Pincio-Hügel bei der Villa Borghese in Rom stammen aus der Wikipedia, zuletzt abgerufen am 23.06.2026!
Die Fotos aus der Wikimedia Commons "Eyecatcher: Laghetto mit Äskulaptempel- Villa Borghese - Autor: Daderot" - "Fassade der Villa Borghese (Rom) - Autor: Jean-Pierre Dalbéra aus Paris, Frankreich" - "Goethe Monument im Park der Villa Borghese - Autor: Frankazis81" - "" werden unter den Bedingungen der Creative Commons "Attribution 2.0" „Namensnennung 3.0 Unported“ Lizenz veröffentlicht.
Die Fotos aus der Wikimedia Commonns "Galleria Borghese, Sala di Enea e Anchise, ehemalige Stanza del Gladiatore; Rom, Galleria Borghese, Ägyptischer Saal - Tommaso Maria Conca, der Fluss Nil mit der Göttin Kybele, 1779 – 1780; (2 Fotos) - Autor: Fabrizio Garrisi" werden unter den Bedingungen der „Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0)“ Lizenz veröffentlicht.






